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Gott ist nicht Macht im Sinne dieser Welt.
Gott wirkt nicht durch Zwang, sondern durch Liebe.
Er kontrolliert nicht, sondern lädt ein.
Er zwingt nicht nieder, sondern richtet auf.
Er benutzt keine Menschen, um etwas zu erreichen,
sondern begegnet ihnen, um sie zu befreien.
Wo Menschen Gottes Namen gebrauchen,
um sich über andere zu stellen,
beginnt der Missbrauch.
Wo Machtspiele einsetzen,
verliert das Evangelium seinen Kern.
Wo der Wille zur Dominanz das Handeln bestimmt,
entspricht dies nicht Gottes Geist.
Jesus kam nicht in Palästen,
sondern in einer Krippe zur Welt.
Er ritt nicht auf einem Kriegspferd,
sondern auf einem Esel.
Er herrschte nicht über andere,
sondern wusch ihnen die Füße.
Er trug keine goldene Krone,
sondern eine aus Dornen.
Gott hat kein Interesse an Kontrolle -
sein Herz schlägt für Beziehung.
Nicht Furcht ist sein Mittel, sondern Vertrauen.
Nicht Stärke ist sein Werkzeug, sondern Hingabe.
Die größte Macht Gottes
ist seine Ohnmacht am Kreuz -
dort, wo er sich ganz hingibt
Deshalb:
Wo immer Macht sich mit dem Namen Gottes schmückt,
wende dich ab.
Denn Gott und Macht im weltlichen Sinn -
das ist ein absolutes No-Go.
Gott ist Liebe.
Liebe herrscht nicht.
Sie heilt. Sie dient. Sie befreit.
Gott und Macht - absolutes No-Go
Text: Lukasevangelium 20, 41–44 - Übersetzung: Elberfelder Bibel
41 Er aber sprach zu ihnen: Wie sagen sie, dass der Christus Davids Sohn sei; 42 und David selbst sagt im Buch der Psalmen: 'Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, 43 bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße lege'? 44 David also nennt ihn Herr. Und wie ist er sein Sohn?
Gottes Wort ist uns Orientierung
König David soll um 1000 v. Chr. gelebt haben und gilt als Verfasser zahlreicher Psalmen, der sogenannten Davidpsalmen.
Aus der prophetischen Zusage, dass das davidische Königreich ewig bestehen werde, entwickelte sich im alten Israel die Erwartung, dass der Messias ein Sohn Davids sein werde. Im 2. Buch Samuel 7,16 heißt es: "Dein Königshaus und deine Königsherrschaft werden vor mir für immer Bestand haben; dein Thron wird für alle Zeiten feststehen." Es mag sein, dass Jesus seiner Abstammung nach ein später Nachkomme Davids war. Darum geht es jedoch nur zweitrangig.
Für uns gilt es als normal, dass sich Söhne vom Vater lösen, ihn verlassen, unabhängig von ihm werden und ihr eigenes Leben führen. Ganz anders ist das im Morgenland. Für den Orientalen bedeutet "Sohn sein", dem Vater in Wesen, Lebensführung, Anschauungen und Überzeugungen ähnlich zu sein, in seine Fußstapfen zu treten sowie seine Werke zu übernehmen und fortzuführen.
Im Volk Israel bestand also in alten Zeiten der Glaube, dass der erhoffte Messias (= Christus) ein "Sohn Davids" sein werde. Der Messias werde den Spuren des großen Königs David folgen. Er werde stark und mächtig sein wie einst David, Israel von der römischen Besatzungsmacht befreien und ein ähnlich ausgedehntes Reich Israel errichten wie David - ein Reich der Gerechtigkeit und des Friedens, der Macht und der Herrlichkeit. Und seine Herrschaft werde kein Ende nehmen.
Dem widerspricht Jesus im oben genannten Text mit einem Zitat aus einem Davidpsalm, in dem David den Messias nicht als seinen Sohn, sondern als seinen Herrn bezeichnet (Psalm 110). Kurz gesagt: Der Messias werde kein Mächtiger im weltlichen Sinn sein und kein weltliches Reich errichten.
Für Jesus sind Gott und Macht (im weltlichen Sinn) absolut unvereinbar. Gott und Macht - das passt nicht zusammen, das geht gar nicht. Jesus hat die Folgen von Machtdenken, Machtstreben, Machtausübung und Machtgier durchschaut und schloss für sich weltliche Macht aus. Er wollte kein zweiter König David sein.
Politiker, politische Parteien, Mächtige und Herrscher streben ständig nach mehr Macht und nach der Ausweitung ihres Macht- und Herrschaftsbereichs. Dabei gibt es harte Konkurrenz- und erbitterte Machtkämpfe. In Machtsystemen gibt es stets Oben und Unten, Herren und Untertanen sowie Sklaven.
Anstatt sich zusammenzusetzen, einander aufmerksam zuzuhören, offene Fragen gemeinsam zu erörtern und miteinander einvernehmliche Lösungen zu suchen, geraten Parlamentarier oft in einen verbalen Kampfmodus und liefern sich Schlagabtausche. Sie halten Lösungsvorschläge der anderen politischen Gruppen grundsätzlich für falsch und dumm. Häufig beschimpfen sie einander aufs Gröblichste. In Wahlauseinandersetzungen hetzen Mächtige gerne gegeneinander, bis Hass und Feindschaft entstehen. Und nach den Wahlen sollen sie dann versöhnt zusammenarbeiten. Wie soll das gelingen?
In den schlimmsten Fällen führen Machtstreben, Streit um Macht und Einfluss sowie Machtgier zur Entstehung von Feindbildern. Dann ist der Weg geebnet und die Tür geöffnet für Gewalt und kriegerische Auseinandersetzungen, für gegenseitiges Töten und Vernichten.
In seiner Bergpredigt nennt Jesus die Sanftmütigen, die keine Gewalt anwenden, glücklich und vor Gott gerecht.
Jesus hat niemals Macht nach weltlichen Mustern ausgeübt. Seine "Macht" besteht in Menschlichkeit und Güte, Barmherzigkeit und Vergebung, Sanftmut und Gewaltfreiheit. Trotzdem wurde er für die religiösen und politischen Mächtigen und Herrscher so gefährlich, dass sie ihn gewaltsam aus dem Weg räumten. Der Messias musste leiden und sterben, weil seine Wege der Güte und Gewaltfreiheit die Wege der weltlichen Macht durchkreuzten.
Als der römische Hauptmann, der Jesu Hinrichtung im Auftrag des Statthalters Pilatus und damit des römischen Kaisers befehligte, Jesus sterben sah, sagte er: "Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn." Er hatte die Liebe des Messias verstanden, der sich bis in den Tod hingab.
Jesus ist nicht der mächtige Davidssohn, sondern der machtlose Gottessohn.